Ziel: Ausgewogene Entwicklung der Landwirtschaft
Stadt Haren (Ems) will Planungsleitlinien anpassen
„Landwirtschaftliche Familienbetriebe gehören wie die Schifffahrt zur Stadt Haren (Ems). Das soll auch so bleiben“, so Bürgermeister Markus Honnigfort bei einem Zusammentreffen mit den Vorsitzenden der landwirtschaftlichen Ortsvereine und dem Präsidenten des Emsländischen Landvolks, Hermann Wester. Thema der Sitzung war die Steuerung von Intensivtierhaltungs- und Biogasanlagen.
Honnigfort betonte, dass der Schutz der vorhandenen und geplanten Wohngebiete besonderen Stellenwert genieße. Deshalb sähen die bestehenden Planungsleitlinien vor, dass Tierhaltungsanlagen einen Abstand von mindestens 400 Meter zu bestehenden Wohngebieten einhalten müssen, wenn sie keine zusätzlichen Emissionen verursachen. Steigt die Belastung, ist ein Abstand von mindestens 800 Metern zu wahren. Zur Sicherung schützenswerter Bereiche für die Naherholung und den Tourismus, wie auch Wald- und Naturschutzgebiete mit Rückzugsräumen für Wild, sei geplant, diese ebenfalls als schützenswert in die bestehenden Planungsgrundlagen der Stadt aufzunehmen.
Für Biogasanlagen sieht das Baugesetzbuch derzeit ebenfalls eine Privilegierung vor. Bis zu einem Grenzwert von maximal 500 Kilowatt sind sie im Außenbereich zuzulassen. Aufgrund der steigenden Nachfrage aus regenerativen Energiequellen gebe es erheblichen Bedarf. Über die Privilegierung hinaus werde die Stadt Haren (Ems) jedoch keinen Genehmigungen zustimmen. „Größere Anlagen werden weder in Industrie- und Gewerbegebieten noch darüber hinaus zugelassen“, stellte Honnigfort klar.
Es sei ihm ein besonderes Anliegen, die landwirtschaftlichen Familienbetriebe in ihrer Entwicklung zu fördern. Honnigfort appellierte an die Landwirte, an einer ausgewogenen Entwicklung mitzuwirken. Ziel aller Beteiligten müsse es sein, die familiäre Landwirtschaft zu stärken und Finanzinvestoren auszuschließen. Er versprach, sämtliche weitere Planungsschritte der Stadtverwaltung auch künftig mit den Vertretern der Landwirtschaft zu erörtern.
Landvolkpräsident Wester bestärkte den Bürgermeister in seiner Vorgehensweise. „Hier werden die bäuerlichen Familienbetriebe gestärkt. Die Stadt Haren (Ems) ist beispielgebend für andere Kommunen, indem klare Positionen für ein gedeihliches Nebeneinander von Landwirtschaft und übriger Wohnbevölkerung gefunden wurden.“
Ausdrücklich nahm er ein Angebot der Stadtverwaltung an, dass Landwirte mit Erweiterungsabsichten frühzeitig das Gespräch im Rathaus über ihre Zukunft suchen sollen. Wester kündigte an, dass die landwirtschaftlichen Betriebe sich künftig stärker auch um die Öffentlichkeitsarbeit kümmern müssten. „Wir sollten unsere Ställe öffnen, damit der Verbraucher sieht, wie Landwirtschaft heute funktioniert.“
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